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Weinanbau in Berlin
Namen & Nachrichten
25.11.2015 (GE 21/2015, S. 1312) Das wird als Tat von geschichtlichen Ausmaßen in die Annalen des Landes Berlin eingehen – jedenfalls dann, wenn infolge der weltweiten Klimaverschiebung in Berlin dann dieselben klimatischen Bedingungen herrschen wie in Bordeaux: Justiz- und Verbraucherschutzsenator Thomas Heilmann nämlich hat endlich im Senat seine Änderungsverordnung zur Weinrechtsdurchführungsverordnung durchgebracht und damit die rechtlichen Voraussetzungen geschaffen, dass auf dem Stadtgebiet künftig kommerzieller Weinanbau möglich ist.
Wie Thomas „Bacchus“ Heilmann verkündete, treten am 1. Januar 2016 nämlich umfangreiche Änderungen in den europarechtlichen und nationalen Vorschriften des Weinrechts in Kraft. Eine vor allem für Berlin entscheidende Änderung liegt dabei in der Erweiterung des Anbaugebietes, in dem zukünftig Wein angebaut werden darf. Bisher konnten zum Weinanbau erforderliche Pflanzungsrechte nur für Flächen innerhalb von Qualitäts- und Landweingebieten erteilt werden. Ab nächstem Jahr wird das deutsche Weinanbaugebiet aber auch auf außerhalb dieser Gebiete liegende Flächen erweitert, für die eine zukünftig mögliche Genehmigung zur Anpflanzung von Reben erteilt worden ist. Danach können, so Heilmann, auch für Flächen innerhalb der Stadt, die bisher nicht zum deutschen Weinanbaugebiet gehörten, Genehmigungen zum Weinanbau erteilt werden. Und – kein Witz – um noch in diesem Jahr eine Übertragung für die zum Weinanbau auf Flächen im Land Berlin benötigten Pflanzungsrechte zu ermöglichen, wird zudem mit Heilmanns neuer Verordnung eine regionale Reserve für Rebpflanzungsrechte gebildet. Das haben wir gebraucht. Die Helfer bei der Weinlese sind schon da, und viele von ihnen haben eine jahrtausendealte Weinanbautradition vorzuweisen. Fragt sich nur, wo der Senat seine neuen Weinanbaugebiete hernimmt, wo doch kaum Platz zum Wohnen ist. Vielleicht geht ja was an den Hängen des Teufelsbergs. Mit einem Glas „Teufelsberger Nacktarsch“ den Berliner Sommer genießen. Was würden wir bloß machen, wenn wir unseren Heilmann nicht hätten?